

Einsatzbereich | Brandschutz in Stadien
Brandschutz und RWA für Stadien
Stadien stellen durch hohe Personenbelegung, große Gebäudebereiche und komplexe Flucht- und Rettungswege besondere Anforderungen an den Brandschutz. Rauch- und Wärmeabzugsanlagen unterstützen im Brandfall die kontrollierte Rauchableitung und können die Bedingungen für Evakuierung und Feuerwehreinsatz verbessern.
Rauch- und Wärmeabzug bei hoher Personenbelegung
Bei Sportveranstaltungen, Konzerten und anderen Großveranstaltungen können sich gleichzeitig tausende Menschen in einem Stadion aufhalten. Neben Tribünen und Arenabereichen gehören häufig auch Foyers, Verkehrsflächen, Gastronomie, Verkaufsbereiche und weitere innenliegende Räume zum Gebäudekomplex. Entsprechend differenziert muss der vorbeugende Brandschutz geplant werden.
Im Brandfall stellt insbesondere die Rauchausbreitung eine Gefahr dar. Rauch kann die Sicht beeinträchtigen, die Orientierung erschweren und Flucht- und Rettungsbedingungen verschlechtern. Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) führen Rauch und heiße Brandgase gezielt aus definierten Gebäudebereichen ab.
Abhängig von Gebäudegeometrie, Nutzung und Brandschutzkonzept können natürliche oder maschinelle Rauchabzugssysteme eingesetzt werden. Entscheidend für deren Wirksamkeit ist das Zusammenspiel von Rauchabzug, Nachströmung, Steuerung und gegebenenfalls Rauchabschnittsbildung. Die erforderliche Auslegung wird deshalb immer projektspezifisch aus den definierten Schutzzielen abgeleitet.
Personenschutz
Evakuierungsbedingungen im Brandfall unterstützen
Bei hoher Personenbelegung kommt der kontrollierten Rauchableitung besondere Bedeutung zu. RWA-Systeme können dazu beitragen, die Verrauchung definierter Bereiche zu begrenzen und ausreichend raucharme Schichten zu unterstützen.
Damit können sich die Sicht- und Orientierungsbedingungen während einer Evakuierung verbessern. Welche Anforderungen eine RWA im konkreten Stadion erfüllen muss, ergibt sich aus dem jeweiligen Brandschutz- und Evakuierungskonzept.
Aufgaben von RWA-Systemen in Stadien
Evakuierung unterstützen
Eine kontrollierte Rauchableitung kann dazu beitragen, die Bedingungen auf Flucht- und Rettungswegen während der Evakuierungsphase zu verbessern.
Rauchausbreitung begrenzen
Rauchabschnitte und Rauchschürzen können die seitliche Ausbreitung von Rauch begrenzen und dessen gezielte Ableitung unterstützen.
Thermische Belastung reduzieren
Mit der Ableitung heißer Brandgase wird gleichzeitig Wärme aus dem betroffenen Gebäudebereich abgeführt. Dies kann die thermische Beanspruchung von Bauteilen reduzieren.
Feuerwehreinsatz unterstützen
Weniger verrauchte Bereiche können die Orientierung und den Zugang für Einsatzkräfte erleichtern und damit die Bedingungen für Brandbekämpfung und Rettung verbessern.
Natürlicher oder maschineller Rauchabzug im Stadion
Welches Entrauchungsprinzip für ein Stadion geeignet ist, hängt von der jeweiligen Gebäudestruktur ab. Große Arenen bestehen häufig aus sehr unterschiedlichen Bereichen, sodass innerhalb eines Gesamtprojektes verschiedene Lösungen erforderlich sein können.
Natürliche Rauchabzugsanlagen (NRA) nutzen den thermischen Auftrieb heißer Rauchgase. Über natürliche Rauch- und Wärmeabzugsgeräte (NRWG) werden Rauch und Wärme im oberen Gebäudebereich ins Freie abgeführt.
Bei innenliegenden Bereichen, komplexen Raumstrukturen oder anderen projektspezifischen Anforderungen kann eine maschinelle Rauchabzugsanlage (MRA) eingesetzt werden. Hier übernehmen Brandgasventilatoren die mechanische Rauchableitung.
Für beide Prinzipien ist eine ausreichend dimensionierte Nachströmung erforderlich. Die Zuluft ersetzt das abgeführte Luft- und Rauchgasvolumen und unterstützt damit die vorgesehene Strömungsrichtung. Abluft, Nachströmung und Steuerung müssen deshalb als zusammenhängendes System geplant werden.
RWA als Bestandteil des Brandschutzkonzeptes für Stadien
Eine Rauch- und Wärmeabzugsanlage ist kein isoliertes Sicherheitssystem. Ihre Funktion muss mit den weiteren Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes und den betrieblichen Anforderungen des Stadions abgestimmt werden.
Für Fachplaner und Architekten bedeutet dies, bereits in einer frühen Planungsphase Gebäudegeometrie, Nutzung und Personenbelegung sowie die definierten Schutzziele zu berücksichtigen. Hinzu kommen die erforderlichen Schnittstellen zwischen Rauchabzug, Zuluft, Steuerung und gegebenenfalls Brandmeldeanlage.
Besondere Aufmerksamkeit erfordern Stadien auch aufgrund ihrer unterschiedlichen Nutzungszustände. Sportveranstaltungen, Konzerte oder andere Großveranstaltungen können unterschiedliche Personenbelegungen und Nutzungssituationen mit sich bringen. Die technische Planung muss deshalb auf die für das jeweilige Projekt festgelegten Szenarien abgestimmt werden.
Colt unterstützt Architekten, Fachplaner, Bauherren und Betreiber bei der Konzeption und technischen Auslegung von Rauch- und Wärmeabzugssystemen sowie bei der Integration der erforderlichen Komponenten in das Gebäude.
FAQ
Warum sind RWA-Anlagen in Stadien wichtig?
In Stadien können sich gleichzeitig sehr viele Personen aufhalten. Rauch kann im Brandfall die Sicht und Orientierung beeinträchtigen und dadurch die Evakuierung erschweren. Eine entsprechend ausgelegte Rauch- und Wärmeabzugsanlage führt Rauch und heiße Brandgase aus definierten Gebäudebereichen ab. Damit kann sie dazu beitragen, ausreichend raucharme Bereiche zu unterstützen und die Bedingungen für Evakuierung und Feuerwehreinsatz zu verbessern.
Welche Rauchabzugssysteme können in Stadien eingesetzt werden?
Abhängig von Gebäudegeometrie, Nutzung und Brandschutzkonzept kommen natürliche Rauchabzugsanlagen (NRA), maschinelle Rauchabzugsanlagen (MRA) oder projektspezifische Kombinationen infrage. Natürliche Systeme nutzen den thermischen Auftrieb der Rauchgase, während maschinelle Systeme Rauch über Ventilatoren abführen. Die Auswahl erfolgt auf Grundlage der projektspezifischen Anforderungen.
Warum benötigt der Rauchabzug Zuluft?
Damit abgeführter Rauch und Brandgase durch nachströmende Luft ersetzt werden können, benötigt eine Entrauchungsanlage ausreichend dimensionierte Zuluftöffnungen. Ohne geeignete Nachströmung können sich unerwünschte Druckverhältnisse entwickeln und die vorgesehene Rauchableitung beeinträchtigen. Deshalb werden Zu- und Abluft als Bestandteile eines gemeinsamen Entrauchungskonzeptes geplant.
Können CFD-Simulationen bei der Planung eingesetzt werden?
Ja. Bei komplexen Gebäudegeometrien können CFD-Simulationen eingesetzt werden, um Luft-, Rauch- und Wärmeströmungen unter definierten Annahmen rechnerisch zu untersuchen. Dadurch lassen sich unterschiedliche Brandszenarien und Systemkonfigurationen hinsichtlich festgelegter Schutzziele bewerten. Die Simulation ist ein projektspezifisches Planungs- und Nachweisinstrument und ersetzt nicht das übergeordnete Brandschutzkonzept.
Brandschutz und RWA für Stadien planen
Rauchabzug, Nachströmung, Rauchabschnittsbildung und Steuerung müssen bei Stadien auf Gebäude, Nutzung und Brandschutzkonzept abgestimmt werden. Colt unterstützt bei der technischen Konzeption und Auslegung der erforderlichen Systeme.