


Fassade mit Funktion
Lamellenfassaden für Architektur und Sonnenschutz
Lamellenfassaden verbinden die Gestaltung der Gebäudehülle mit funktionalen Aufgaben wie Sonnenschutz, Sichtschutz und Belüftung. Je nach Projekt können starre oder bewegliche Systeme sowie Lösungen mit integrierter Photovoltaik eingesetzt werden.
Lamellen als funktionale Fassadenverkleidung
Lamellenfassaden schaffen eine zusätzliche Ebene vor der eigentlichen Gebäudehülle. Durch die Anordnung einzelner Profile entsteht eine strukturierte Fassadenfläche, deren Transparenz und Tiefenwirkung von Lamellengeometrie, Abstand, Ausrichtung und Betrachtungswinkel abhängen.
Neben der architektonischen Gestaltung können die Lamellen konkrete technische Aufgaben übernehmen. Vor Fensterflächen angeordnet, reduzieren sie direkte Sonneneinstrahlung und können damit als außenliegender Sonnenschutz eingesetzt werden. An offenen Gebäudebereichen, etwa bei Parkhäusern, lassen sich Sichtschutz und natürliche Belüftung miteinander verbinden.
Die Systeme können horizontal oder vertikal angeordnet sowie starr oder beweglich ausgeführt werden. Auch Profilform und Oberfläche lassen sich auf das Fassadenkonzept abstimmen. Möglich sind beispielsweise flache oder elliptische Querschnitte sowie geschlossene oder perforierte Metallflächen. Neben Aluminium können abhängig vom System und Projekt weitere Materialien eingesetzt werden.
Die konkrete Ausführung ergibt sich aus Architektur, Fassadenausrichtung und technischer Aufgabenstellung. Entscheidend ist deshalb nicht allein die Form der einzelnen Lamelle, sondern das Zusammenspiel von Elementabstand, Befestigung, Unterkonstruktion, Sonneneinfall und gewünschter Transparenz.
Horizontal oder vertikal
Lamellen prägen Licht, Tiefe und Fassadenrhythmus
Die Ausrichtung der Lamellen beeinflusst sowohl die Gebäudeansicht als auch ihre funktionale Wirkung.
Horizontale Elemente können beispielsweise auf hoch stehende Sonneneinstrahlung reagieren. Vertikale Lamellen eignen sich für Fassaden, an denen seitlicher Sonneneinfall oder eine starke vertikale Gliederung berücksichtigt werden soll.
Profilbreite, Abstand und Winkel bestimmen dabei Transparenz, Verschattung und Sichtbeziehungen. Die Lamellenfassade lässt sich dadurch gezielt mit Fensterachsen, Geschosshöhen und der Geometrie des Baukörpers abstimmen.

Lamellenfassaden für offene Parkhäuser
Bei Parkhäusern kann eine Lamellenfassade mehrere Anforderungen innerhalb einer Konstruktion zusammenführen. Die äußere Gebäudehülle soll den Baukörper architektonisch gliedern und Einblicke begrenzen, gleichzeitig darf die für das Lüftungskonzept erforderliche Offenheit nicht unnötig beeinträchtigt werden.
Eine aus einzelnen Lamellen aufgebaute Fassadenebene lässt zwischen den Profilen dauerhaft freie Querschnitte bestehen. Abhängig von Dimensionierung und Anordnung kann die natürliche Durchströmung der Parkdecks dadurch unterstützt werden.
Gleichzeitig übernehmen die Elemente Sicht- und Sonnenschutzfunktionen. Fahrzeuge, technische Installationen und Parkebenen sind von außen weniger direkt einsehbar, ohne dass eine vollständig geschlossene Fassade entsteht.
Für die Planung sind deshalb nicht nur gestalterische Kriterien maßgeblich. Lamellenquerschnitt, Abstand, Unterkonstruktion und Fassadenoffenheit müssen mit dem Lüftungs-, Brandschutz- und Architekturkonzept des jeweiligen Parkhauses abgestimmt werden.
Auch Windbeanspruchung, Befestigungspunkte und Anschlüsse an Geschossdecken oder Stahlkonstruktionen beeinflussen die konstruktive Ausführung. Konkrete Öffnungsanteile oder Anforderungen an die natürliche Belüftung werden projektspezifisch festgelegt und können nicht pauschal aus der Fassadenart abgeleitet werden.
Offene zweite Gebäudehülle
Sichtschutz ohne geschlossene Fassadenfläche
Lamellen können Parkdecks optisch abschirmen und gleichzeitig freie Bereiche für den natürlichen Luftaustausch erhalten.
Wie offen die Fassade tatsächlich ist, hängt von Profilbreite, Lamellenabstand, Winkel und Unterkonstruktion ab. Diese Parameter beeinflussen sowohl die Außenansicht als auch Durchströmung und Einsehbarkeit.
Damit eignet sich die Lamellenfassade besonders für Parkbauten, bei denen architektonische Gestaltung und technische Anforderungen an eine offene Gebäudehülle gemeinsam betrachtet werden müssen.

Bewegliche Lamellen reagieren auf den Sonnenstand
Bei Fassaden mit höheren Anforderungen an den Sonnenschutz können Lamellen beweglich ausgeführt werden. Anders als eine feststehende Konstruktion lassen sich solche Systeme an wechselnde Sonnenstände und Gebäudenutzungen anpassen.
Die Position der Lamellen beeinflusst den direkten solaren Eintrag, den Tageslichteinfall und die Sichtbeziehung nach außen. Je nach System können mehrere Elemente gemeinsam über Motoren bewegt und über eine zentrale Sonnenschutzsteuerung angesteuert werden.
Colt nutzt für bewegliche Lamellen einen kalendarischen Nachführalgorithmus auf Basis der Sonnenposition. Dabei wird der Sonnenstand aus Zeit, Datum und geografischer Lage bestimmt und für die Positionierung der Fassadenelemente genutzt.
Das ermöglicht eine reproduzierbare Nachführung, ohne die Lamellen ausschließlich auf kurzfristige Helligkeitsschwankungen reagieren zu lassen. Wie viele Positionen angefahren werden, welche Winkelbereiche zulässig sind und welche Sicherheitsstellungen vorgesehen werden, ergibt sich aus dem jeweiligen System und Projekt.
Bewegliche Fassadenlamellen können zusätzlich in die Gebäudeautomation eingebunden werden. Dabei lassen sich Sonnenschutzanforderungen mit übergeordneten Funktionen wie Wetter-, Wind- oder Brandfallsteuerungen koordinieren.
Photovoltaik macht Fassadenlamellen zu Energieflächen
Lamellen können neben Fassadenverkleidung und Sonnenschutz auch Photovoltaik integrieren. Dadurch erhält die vorgelagerte Fassadenebene eine zusätzliche technische Funktion: Sie beeinflusst den solaren Eintrag in das Gebäude und kann gleichzeitig elektrische Energie erzeugen.
Photovoltaische Elemente können abhängig vom System als starre oder bewegliche Lamellen ausgeführt werden. Bei beweglichen Varianten lässt sich die Ausrichtung der Module mit dem Sonnenstand koordinieren.
Für die Planung müssen mehrere Anforderungen gemeinsam betrachtet werden. Dazu gehören Fassadenausrichtung, gegenseitige Verschattung, Modulgeometrie, Leitungsführung, Unterkonstruktion, Zugänglichkeit und die Einbindung in die elektrische Gebäudeinfrastruktur.
Die energetische Leistung einer photovoltaischen Lamellenfassade hängt stark von Standort, Orientierung, Neigung, Verschattung und eingesetzter Modultechnik ab. Pauschale Ertragswerte sind deshalb nicht sinnvoll.
Photovoltaiklamellen sind insbesondere dann relevant, wenn Fassadenflächen neben ihrer gestalterischen und verschattenden Funktion zusätzlich für die Stromerzeugung genutzt werden sollen. Bei beweglichen Systemen kommt die technische Abstimmung zwischen Antrieb, Sonnenschutzsteuerung und photovoltaischer Nutzung hinzu.
Colt Fassadenlamellensysteme
FAQ
Welche Vorteile bietet eine Lamellenfassade?
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Eine Lamellenfassade kann mehrere Funktionen miteinander verbinden. Sie strukturiert die Gebäudehülle, reduziert abhängig von Anordnung und Geometrie direkte Sonneneinstrahlung und kann Sichtschutz schaffen. Bei offenen Fassaden, etwa an Parkhäusern, bleiben gleichzeitig freie Bereiche für die natürliche Belüftung erhalten. Bewegliche Systeme ermöglichen zusätzlich eine Anpassung an wechselnde Sonnenstände. Welche Funktionen tatsächlich erreicht werden, hängt von Profilform, Abstand, Ausrichtung und Planung des jeweiligen Systems ab.
Können Lamellenfassaden zur natürlichen Belüftung beitragen?
Ja, insbesondere bei offenen Gebäuden wie Parkhäusern. Zwischen den Lamellen können dauerhaft freie Querschnitte für die Durchströmung bestehen bleiben. Ob diese Flächen für das jeweilige Lüftungskonzept ausreichen, hängt jedoch von der konkreten Geometrie und den projektspezifischen Anforderungen ab. Eine Lamellenfassade ist daher nicht automatisch ein Nachweis für eine ausreichende natürliche Belüftung.
Wie funktionieren bewegliche Sonnenschutzlamellen?
Bewegliche Lamellen werden über Antriebe in unterschiedliche Positionen gebracht. Ihre Stellung beeinflusst direkte Sonneneinstrahlung, Tageslicht und Sichtbeziehungen. Bei Colt kann die Positionierung über einen kalendarischen Nachführalgorithmus auf Basis der Sonnenposition erfolgen. Zusätzlich können Wetter-, Sicherheits- und Gebäudeautomationsfunktionen in die Steuerung eingebunden werden.
Können Photovoltaikmodule in Lamellenfassaden integriert werden?
Ja. Photovoltaische Lamellen können als Bestandteil der Fassaden- und Sonnenschutzkonstruktion geplant werden. Je nach System sind starre oder bewegliche Ausführungen möglich. Bei der Planung müssen unter anderem Orientierung, gegenseitige Verschattung, elektrische Leitungsführung, Unterkonstruktion und Wartungszugang berücksichtigt werden. Der erzielbare Energieertrag ist projekt- und standortabhängig.
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