Keramiklamellen am Clay Museum Danmark

Für die Erweiterung des Clay Museum Danmark in Middelfart entwickelte Colt eine bewegliche Sonnenschutzfassade mit integrierten Keramikplatten. Die Sonderkonstruktion verbindet außenliegenden Sonnenschutz, effiziente Tageslichtnutzung und die architektonische Identität des Museums in einer individuellen Fassadenlösung.

Fassadenlösung für die Erweiterung eines Keramikmuseums

Mit der Erweiterung des Clay Museum Danmark entstand in Middelfart ein moderner Museumsbau, der das bestehende Gebäude architektonisch ergänzt. Der Neubau umfasst rund 1.500 m², gleichzeitig wurde das Bestandsgebäude mit einer Fläche von etwa 1.000 m² modernisiert.

Für den Neubau entwickelte Colt eine sekundäre Fassadenkonstruktion mit integrierten Keramikplatten. Ziel war es, den außenliegenden Sonnenschutz harmonisch in die Architektur einzubinden und gleichzeitig den Bezug des Museums zum Werkstoff Keramik bereits an der Gebäudehülle sichtbar zu machen.

Die bewegliche Fassadenlösung reduziert die direkte Sonneneinstrahlung, unterstützt eine kontrollierte Tageslichtnutzung und prägt das Erscheinungsbild des Museums. Dadurch verbindet das System funktionale Anforderungen an den Sonnenschutz mit einer architektonischen Gestaltung, die den Charakter des Gebäudes unterstreicht.

Projekt: Clay Keramik

Ort: Middelfart, Dänemark

Branche: Kultur

Anforderungsprofil:

  • Außenliegender Sonnenschutz

Lösung: Sonderkonstruktion Keramiklamellen

Sekundäre Fassade mit integrierten Keramikplatten

Die Fassadenlösung besteht aus insgesamt 108 vertikal angeordneten Lamellen. Jede Lamelle wurde als Stahlrahmen mit integriertem Stahlgeflecht ausgeführt und mit Keramikplatten versehen. Dadurch entsteht eine zweite Gebäudehülle, die Sonnenschutz und Fassadengestaltung miteinander verbindet.

Die Keramiklamellen reduzieren den direkten Wärmeeintrag über die Glasfassade und verbessern gleichzeitig die Tageslichtverhältnisse innerhalb des Museums. Durch ihre bewegliche Ausführung reagieren sie auf den jeweiligen Sonnenstand und unterstützen eine gleichmäßige natürliche Belichtung der Ausstellungsräume.

Die Materialwahl greift bewusst den Schwerpunkt des Museums auf und macht Keramik als zentrales Gestaltungselement bereits an der Außenfassade erlebbar.

Architektur und Keramik

Die beweglichen Keramiklamellen bilden eine markante zweite Gebäudehülle und verbinden außenliegenden Sonnenschutz mit der architektonischen Gestaltung des Museums.

Verdeckte Technik für präzise Lamellensteuerung

Ein wesentliches Merkmal der Sonderkonstruktion ist die vollständig integrierte Antriebstechnik. Motoren, Getriebe, Torsionswelle und Verkabelung sind unsichtbar innerhalb der Edelstahl-Tragprofile untergebracht. Dadurch bleibt die technische Ausstattung im Fassadenbild vollständig verborgen.

Die vertikalen Lamellen können um bis zu 200 Grad gedreht werden. Gesteuert werden sie über das Colt-Steuerungssystem Soltronic III, das die Lamellen automatisch entsprechend dem Sonnenstand positioniert.

Zusätzlich sorgt die Cut-off-Funktion dafür, dass möglichst viel natürliches Tageslicht in die Innenräume gelangt, während direkte Sonneneinstrahlung reduziert wird. Dadurch entstehen angenehme Lichtverhältnisse für Besucher und Exponate sowie ein wirksamer außenliegender Sonnenschutz.

Automatische Sonnennachführung

Das Steuerungssystem Soltronic III richtet die Keramiklamellen automatisch nach dem Sonnenstand aus und optimiert Tageslichtnutzung sowie Sonnenschutz.

Individuelle Sonderkonstruktion für Museumsarchitektur

Die Keramikfassade wurde speziell für die Anforderungen des Museums entwickelt. Sie verbindet architektonische Gestaltung mit funktionalen Eigenschaften und unterstützt den energieeffizienten Gebäudebetrieb durch eine wirksame Reduzierung des solaren Wärmeeintrags.

Durch die Kombination aus beweglichen Lamellen, automatischer Steuerung und integrierten Keramikplatten entstand eine Fassadenlösung, die weit über einen klassischen Sonnenschutz hinausgeht. Sie wird selbst zum gestalterischen Bestandteil der Museumsarchitektur und transportiert den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauses bereits nach außen.

So verbindet das Projekt Materialität, Architektur und Gebäudetechnik in einer aufeinander abgestimmten Gesamtlösung.

Bilder: © Thomas Mølvig

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