

Sonnenschutz | Solarstrom aus der Fassade
Photovoltaikfassade am Parkhaus Roter Turm
Am Parkhaus „Roter Turm“ in Chemnitz kombinierte Colt Glasfassade und Photovoltaik. 450 Glas/Glas-Solarmodule vor den oberen vier Geschossen erreichen 59,19 kWp und erzeugen rund 45.600 kWh Strom pro Jahr.
Photovoltaik ersetzt Glas in den oberen Parkgeschossen
Das Parkhaus „Roter Turm“ in Chemnitz wurde als offenes Gebäude mit natürlicher Durchlüftung geplant. Für die unteren sechs der insgesamt zehn Geschosse war eine schuppenartig angeordnete, rahmenlose Glasfassade vorgesehen. In den oberen vier Etagen wurden diese Glaselemente durch Photovoltaikmodule ersetzt.
Damit wurde die Fassadenfläche nicht nur gestalterisch genutzt, sondern gleichzeitig zur Stromerzeugung aktiviert. Insgesamt montierte Colt 450 Glas/Glas-Photovoltaikmodule. Jedes Modul enthält 35 monokristalline Solarzellen.
Die installierte Photovoltaikanlage erreicht eine Spitzenleistung von 59,19 kWp. Der dokumentierte Jahresenergieertrag beträgt rund 45.600 Kilowattstunden. Der erzeugte Strom wird in das Netz der Netzgesellschaft Chemnitz eingespeist.
Die Umplanung erfolgte zu einem vergleichsweise späten Zeitpunkt, nachdem die ursprüngliche Fassadengestaltung bereits weitgehend feststand. Dadurch musste die Photovoltaik in eine bestehende architektonische und konstruktive Planung integriert werden.
Colt übernahm die Fassadenkonstruktion und die Montage der Photovoltaikelemente. Entwicklung, Umsetzung und Betrieb der Solaranlage einschließlich Wartung lagen beziehungsweise liegen bei ELICON. So entstand eine Fassade, die offene Parkhausnutzung, Glasgestaltung und Solarstromerzeugung miteinander verbindet
Case History
Projekt: Parkhaus „Roter Turm“
Ort: Chemnitz, Deutschland
Gebäudetyp: Offenes Parkhaus
Anforderungsprofil: Photovoltaische Energiegewinnung Fassadengestaltung
Lösung: Kombination aus rahmenloser Glasfassade und photovoltaisch aktiven Fassadenelementen
Produkt: Shadovoltaic

1.350 Glasscheiben bilden die unteren Fassadenbereiche
Für die unteren sechs Geschosse des Parkhauses wurden insgesamt 1.350 farbneutrale, rahmenlose Einzelscheiben aus Verbundsicherheitsglas eingesetzt.
Die Scheiben messen jeweils 1,23 Meter in der Breite und 1,45 Meter in der Höhe. Sie stehen lotrecht übereinander und sind jeweils an vier Punkten gelagert. Die Montage erfolgt mit einem Neigungswinkel von acht Grad gegenüber der Fassadenebene.
Colt entwickelte dafür spezielle Halter und Klemmprofile. Die Fixierungen der Unterkonstruktion bestehen aus rostfreiem Stahl. Zwischen Glas und Haltekonstruktion befinden sich elastische EPDM-Auflager, um direkten Kontakt zwischen den Materialien zu vermeiden.
Die Konstruktion wurde so aufgebaut, dass einzelne Scheiben ausgetauscht werden können. Das ist für eine großflächige Parkhausfassade relevant, weil beschädigte Elemente lokal ersetzt werden können, ohne größere Fassadenbereiche demontieren zu müssen.
Verbundsicherheitsglas wurde eingesetzt, weil sich die Fassadenelemente über öffentlich zugänglichen Bereichen befinden. Die rahmenlose Ausführung erhält zugleich den leichten, transparenten Charakter der Außenhülle.
In den oberen vier Geschossen wird dieses Prinzip gestalterisch fortgeführt, allerdings mit photovoltaisch aktiven Glas/Glas-Modulen anstelle der konventionellen Glasscheiben.
450 Glas/Glas-Module
Die oberen vier Geschosse erzeugen Solarstrom
Vor den oberen vier Parkdecks ersetzte Colt die ursprünglich geplanten Glasscheiben durch 450 Glas/Glas-Photovoltaikmodule.
Jedes Modul enthält 35 monokristalline Solarzellen. Zusammen erreicht die Anlage eine installierte Spitzenleistung von 59,19 kWp.
Der dokumentierte Jahresertrag liegt bei rund 45.600 Kilowattstunden. Damit wird die Fassadenfläche neben ihrer architektonischen Funktion auch für die elektrische Energiegewinnung genutzt.

Fassadenkonstruktion für Glas und Photovoltaik abgestimmt
Die konstruktive Aufgabe bestand darin, zwei unterschiedliche Fassadenelemente innerhalb eines zusammenhängenden Systems zu integrieren: konventionelle Verbundsicherheitsglasscheiben in den unteren sechs Geschossen und Glas/Glas-Photovoltaikmodule in den oberen vier Ebenen.
Beide Elementtypen mussten an der vorhandenen Stützenkonstruktion befestigt und in das Fassadenraster eingebunden werden. Colt entwickelte dafür eine Unterkonstruktion aus Walzprofilen und rostfreien Fixierungselementen.
EPDM-Lager trennen Glas und Haltekonstruktion voneinander. Die elastischen Auflager vermeiden einen direkten harten Kontakt und übernehmen zugleich konstruktive Toleranzen zwischen Scheibe und Metall.
Die schuppenartige Anordnung verleiht der Fassade eine räumliche Tiefe und lässt die einzelnen Elemente trotz der großen Gesamtfläche klar ablesbar bleiben. Gleichzeitig bleibt das Parkhaus als offener Baukörper ausgeführt.
Die Photovoltaikmodule wurden nicht als nachträglich aufgesetzte technische Komponenten behandelt, sondern in das vorhandene Fassadenprinzip eingebunden. Dadurch bleibt der Wechsel von Glas zu Photovoltaik gestalterisch Teil derselben Gebäudehülle.
Gerade bei photovoltaischen Fassaden ist diese konstruktive Integration entscheidend. Befestigung, Verschattung, Modulabmessungen, elektrische Leitungsführung und Austauschbarkeit müssen frühzeitig auf die Fassadengeometrie abgestimmt werden.
Beim Roten Turm gelang diese Integration trotz der späten Planungsänderung innerhalb des bereits entwickelten Fassadenkonzepts.
59,19 kWp installiert
45.600 Kilowattstunden Strom pro Jahr
Die Photovoltaikanlage erreicht eine installierte Spitzenleistung von 59,19 kWp. Unter den für den Standort angenommenen Bedingungen wird ein Jahresenergieertrag von rund 45.600 Kilowattstunden angegeben.
Der erzeugte Solarstrom wird in das Netz der Netzgesellschaft Chemnitz eingespeist.
Die Projektbeschreibung setzt diese Strommenge mit dem Jahresverbrauch von etwa 15 Haushalten in Beziehung und nennt gegenüber Stromerzeugung aus Braunkohle eine rechnerische CO₂-Einsparung von rund 37 Tonnen pro Jahr.

FAQ
Wie viel Solarstrom erzeugt die Fassade des Parkhauses Roter Turm?
Für die Photovoltaikanlage wird ein Jahresenergieertrag von rund 45.600 Kilowattstunden angegeben. Die 450 Glas/Glas-Module erreichen zusammen eine installierte Spitzenleistung von 59,19 kWp. Der tatsächlich erzeugte Strom hängt wie bei jeder Photovoltaikanlage unter anderem von Einstrahlung, Witterung und Betriebsbedingungen ab. Im Projekt wird der erzeugte Strom in das öffentliche Netz eingespeist.
Wie viele Photovoltaikmodule wurden am Parkhaus installiert?
Colt montierte insgesamt 450 Glas/Glas-Photovoltaikmodule vor den oberen vier der zehn Parkhausgeschosse. Jedes Modul enthält 35 monokristalline Solarzellen. In den sechs unteren Geschossen befinden sich dagegen 1.350 rahmenlose Scheiben aus Verbundsicherheitsglas. Beide Fassadenbereiche folgen demselben konstruktiven Grundprinzip.
Warum wurden Photovoltaikmodule nur in den oberen Geschossen eingesetzt?
Die ursprüngliche Planung sah in den unteren sechs Geschossen rahmenlose Glasscheiben und in den oberen vier Ebenen photovoltaische Fassadenelemente vor. Dadurch konnte ein Teil der Gebäudehülle zur Solarstromerzeugung genutzt werden, ohne das Grundkonzept der offenen Parkhausfassade aufzugeben. Eine weitergehende Begründung für die genaue Geschossverteilung ist in den Projektdaten nicht dokumentiert.
Welche Vorteile bietet Photovoltaik an einer Parkhausfassade?
Eine photovoltaisch aktive Fassade nutzt Flächen, die ohnehin Bestandteil der Gebäudehülle sind, zusätzlich zur Stromerzeugung. Bei Parkhäusern können insbesondere großflächige Fassaden dafür interessant sein. Gleichzeitig müssen Verschattung, Modulorientierung, freie Lüftungsquerschnitte, elektrische Integration und Befestigung berücksichtigt werden. Der wirtschaftliche und energetische Nutzen ist deshalb immer projektbezogen zu bewerten.
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