Rauchschutz für sieben Haltestellen in Karlsruhe

Für die Kombilösung Karlsruhe realisierte Colt Rauchschutz- und Entrauchungssysteme in sieben unterirdischen Haltestellen. Individuell gefertigte Rauchschürzen, Lamellenlüfter und 36 Steuerungen wurden in die Architektur, die Gebäudeleittechnik und den späteren Bahnbetrieb integriert.

Rauchschutz für den unterirdischen Stadtbahntunnel Karlsruhe

Im Auftrag der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft mbH stattete Colt sieben unterirdische Haltestellen der Kombilösung Karlsruhe mit Rauchschutz- und Entrauchungssystemen aus. Die Anlagen sollen im Brandfall die Ausbreitung von Rauch kontrollieren, Rauch und Wärme ableiten und die Bedingungen auf Flucht- und Rettungswegen unterstützen.

Die Planung musste die unterschiedlichen Geometrien der Stationen ebenso berücksichtigen wie die Sicherheits- und Betriebskonzepte des Stadtbahntunnels. Rauchschürzen, Lamellenlüfter, Steuerungen und Verkleidungen waren dabei nicht als Einzelkomponenten zu betrachten. Ihre Funktionen mussten mit der Brandfallmatrix, der Gebäudeleittechnik und den architektonischen Vorgaben abgestimmt werden.

Colt plante, lieferte und montierte die Systeme innerhalb eines Zeitraums von rund zwei Jahren. Da sich der Montagebeginn gegenüber dem ursprünglichen Ausschreibungszeitplan deutlich verschoben hatte, mussten Ressourcen und Bauabläufe mehrfach angepasst werden. Die Abstimmung erfolgte eng mit Bauherr, Bauleitung und den weiteren beteiligten Gewerken.

Trotz dieser Rahmenbedingungen waren die Anlagen rund acht Monate vor der offiziellen VOB-Abnahme funktionsbereit. Damit standen sie frühzeitig für den Probebetrieb, Sicherheitsübungen und die erforderlichen Systemtests zur Verfügung.

Projekt: Kombilösung Karlsruhe – unterirdischer Stadtbahntunnel

Ort: Berlin, Deutschland

Gebäudetyp: Karlsruhe, Baden-Württemberg, Deutschland

Anforderungsprofil: Kontrollierte Ableitung von Rauch und Wärme sowie Unterstützung raucharmer Flucht- und Rettungswege

Lösung: Rauchschutz- und Entrauchungssystem mit individuell gefertigten Rauchschürzen, natürlichen Rauchabzugsgeräten, Steuerungs- und Automatisierungstechnik

Produkt: Smokemaster SM5, ECO

Individuell gefertigte Rauchschürzen für unterschiedliche Stationen

In den sieben Haltestellen wurden insgesamt 35 Rauchschürzen des Typs SmokeMaster SM5 installiert. 33 Anlagen verfügen über Führungsschienen und Blechverkleidungen. Ihre Längen reichen von 1.750 bis 8.150 Millimetern. Zwei weitere Rauchschürzen ohne Führungsschienen wurden in der Haltestelle Kongresszentrum ausgeführt. Laut Projektunterlagen besitzen sie jeweils eine Länge von 100.000 Millimetern.

Die Rauchschürzen begrenzen im Brandfall die Ausbreitung der Rauchschicht in den Bahnsteigbereichen. Da sich Öffnungen, Einbausituationen und stationstypische Geometrien unterschieden, wurde jeder Bereich vor der Fertigung individuell vermessen. Die Bauteile konnten dadurch auf die jeweilige Einbausituation abgestimmt werden.

Für den Einsatz in der Tunnelumgebung waren hohe Anforderungen an den Korrosionsschutz zu berücksichtigen. Colt setzte Komponenten mit C5-Beschichtung sowie Befestigungsmaterialien aus A4-Edelstahl ein. Diese Ausführung ist auf die dauerhaften Umgebungsbelastungen in den unterirdischen Stationen ausgerichtet.

Auch die Zuordnung der Bauteile erforderte eine genaue Planung. Die Rauchschürzen verteilen sich auf Durlacher Tor/KIT Campus Süd, Kronenplatz, Marktplatz Kaiserstraße, Marktplatz Pyramide, Europaplatz, Ettlinger Tor/Staatstheater und Kongresszentrum. Jede Anlage musste für ihren konkreten Einbauort gefertigt, verpackt und kommissioniert werden.

ECO-Lamellenlüfter am Kongresszentrum

In der Haltestelle Kongresszentrum installierte Colt 13 Lamellenlüfter des Typs ECO. Sie dienen der natürlichen Ableitung von Rauch und Wärme und wurden mit projektspezifischen Blechverkleidungen in die Station integriert.

Die äußere Verkleidung erforderte eine genaue Abstimmung von Konstruktion, Statik und Architektur. Die sicherheitstechnische Funktion musste erhalten bleiben, während die Lüfter optisch in das einheitliche Gestaltungskonzept der Haltestelle eingebunden wurden.

Zusammen mit zwei großformatigen SmokeMaster-Rauchschürzen bilden die Lamellenlüfter das Rauchschutz- und Entrauchungssystem dieser Station.

Just-in-time-Montage, Systemtests und Wartung im Bahnbetrieb

Die Montage im innerstädtischen Tunnelbauwerk stellte besondere Anforderungen an Logistik und Arbeitssicherheit. Material durfte nicht auf den Bahnsteigen zwischengelagert werden. Sämtliche Lieferungen mussten deshalb termingenau erfolgen und den jeweiligen Haltestellen eindeutig zugeordnet sein. Der Transport in das Tunnelbauwerk erfolgte über Rampen und teilweise mit bauseitigen Schienenfahrzeugen.

Der Baustellenzugang war nur mit gültigen Berechtigungen und innerhalb festgelegter Zeitfenster möglich. Nach der Aufschaltung des Fahrstroms waren für Restarbeiten und Tests zusätzliche Sicherungsmaßnahmen erforderlich. Parallel laufende Arbeiten in mehreren Stationen, begrenzte Parkflächen und notwendige Sondergenehmigungen erhöhten den Koordinationsaufwand.

Vor der Übergabe wurden die Systeme umfassend geprüft. Zum Prüfprogramm gehörten Inbetriebnahmen, Tests der Gebäudeleittechnik, Brandfallmatrix-Tests, Wirkprinzipprüfungen und ein Full Blackout Test. Der frühe Abschluss der Anlagen ermöglichte außerdem Übungen von Verkehrsunternehmen, Feuerwehr und Polizei.

Für den späteren Betrieb schlossen die KASIG und Colt einen Wartungsvertrag für Rauchschürzen und Lamellenlüfter. Die Arbeiten finden in etwa dreistündigen nächtlichen Sperrpausen statt. Inspektionen, Funktionsprüfungen und der planmäßige Austausch von Verschleißteilen müssen deshalb in exakt vorbereiteten Zeitfenstern durchgeführt werden.

Rauchschutz in das Stationsdesign integriert

Die sieben unterirdischen Haltestellen wurden vom Architekturbüro allmannwappner GmbH gestaltet. Colt integrierte Rauchschürzen und Lamellenlüfter so in die Stationsbereiche, dass die sicherheitstechnischen Komponenten das architektonische Gesamtbild möglichst wenig beeinflussen.

Besondere Aufmerksamkeit galt den Verkleidungen der Lamellenlüfter sowie der Abstimmung mit dem Lichtkonzept von Ingo Maurer. Damit wurde die technische Gebäudeausrüstung in ein bereits klar definiertes Raum- und Gestaltungskonzept eingebunden.

FAQ

Welche Brandschutzsysteme wurden im Stadtbahntunnel Karlsruhe eingesetzt?

Colt installierte in den sieben unterirdischen Haltestellen insgesamt 35 SmokeMaster-SM5-Rauchschürzen. In der Haltestelle Kongresszentrum kamen zusätzlich 13 ECO-Lamellenlüfter für die natürliche Entrauchung zum Einsatz. 36 Steuerungen übernehmen die Ansteuerung, Überwachung und Einbindung der Anlagen in die Gebäudeleittechnik und die Brandfallmatrix. Die Systeme wurden individuell auf die unterschiedlichen Stationsgeometrien und Einbausituationen abgestimmt.

Welche Aufgabe übernehmen die Rauchschürzen in den Haltestellen?

Die Rauchschürzen begrenzen die Ausbreitung von Rauch in den Bahnsteigbereichen. Im Brandfall schaffen sie räumlich definierte Bereiche und unterstützen damit die kontrollierte Führung der Rauchschicht. Für das Projekt wurden die Öffnungen individuell vermessen und die Anlagen passend zu den jeweiligen Abmessungen gefertigt. 33 Rauchschürzen erhielten Führungsschienen und Blechverkleidungen; zwei weitere Anlagen wurden ohne Führungsschienen im Kongresszentrum montiert.

Warum war die Montage im Karlsruher Stadtbahntunnel besonders anspruchsvoll?

Zwischenlagerungen auf den Bahnsteigen waren nicht erlaubt. Die Bauteile mussten deshalb als Just-in-time-Lieferungen angeliefert, den einzelnen Stationen zugeordnet und teilweise mit Schienenfahrzeugen in das Tunnelbauwerk transportiert werden. Zugänge waren nur mit Berechtigung und innerhalb festgelegter Zeitfenster möglich. Nach der Aufschaltung des Fahrstroms galten für Restarbeiten und Tests zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen.

Wie wurden die Rauchschutzanlagen geprüft?

Zum Prüfprogramm gehörten Inbetriebnahmen, Tests der Gebäudeleittechnik, Brandfallmatrix-Tests und Wirkprinzipprüfungen. Zusätzlich wurde ein Full Blackout Test durchgeführt, um das Verhalten der Systeme bei einem vollständigen Stromausfall zu überprüfen. Da die Anlagen bereits rund acht Monate vor der VOB-Abnahme funktionsbereit waren, konnten sie frühzeitig in Probebetrieb und Sicherheitsübungen einbezogen werden.

Wie erfolgt die Wartung der Anlagen im laufenden Bahnbetrieb?

Die Wartung wird innerhalb etwa dreistündiger nächtlicher Sperrpausen durchgeführt. Dadurch müssen Anfahrt, Sicherung, Prüfung und Abschluss der Arbeiten exakt geplant werden. Grundlage ist ein Wartungsvertrag zwischen der KASIG und Colt für die Rauchschürzen und Lamellenlüfter. Zum Leistungsumfang gehören regelmäßige Inspektionen, Funktionsprüfungen und der planmäßige Austausch von Verschleißteilen.

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